Bisher war es problemlos Rechnungen per Fax zu schicken auch unsigniert - das ist nur noch bis zum Ende des Jahres. Danach müssen Faxrechnungen mit einer fortgeschrittenen elektronischen Signatur versehen werden, um problemlos die Vorsteuer abziehen zu können.
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Im Vorfeld unseres vierten Rechnungstages in München haben wir ein Interview mit unserem neuen Gold-Sponsor secrypt GmbH, gemacht. Hier lesen Sie Antworten von Tatami Michalek dem Geschäftsführer Marketing bei secrypt.
1. Wo sehen Ihrer Meinung nach potenzielle Anwender den größten Nutzen bei elektronischen Rechnungen?
Die unter steigendem Kostendruck stehenden Unternehmen profitieren besonders von den immensen Einsparungspotentialen, die durch die Umsetzung durchgängiger elektronischer Arbeitsabläufe im Bereich der Rechnungsstellung realisiert werden können. So sind die Kosten für Ausdruck, Kuvertierung, Porto und Arbeitszeit auf ein Minimum reduzierbar. Auch der Rechnungsempfänger hat Vorteile: Der Empfang strukturierter elektronischer Rechnungsdaten ermöglicht ihm die direkte Übernahme der Daten in sein Buchführungssystem. Zudem entfällt die physische Lagerung der Papierrechnungen und der damit einhergehende Kostenaufwand. Mit steigendem Umweltbewusstsein überdenken viele Unternehmen grundsätzlich, ob weiterhin wertvolles Papier für Rechnungsdokumente verschwendet werden sollte.
2. Wo sehen sie die größten Hindernisse?
Nach wie vor sind die Optimierungspotentiale, die durch die elektronische Rechnungsstellung umsetzbar sind, nicht allen potentiellen Anwendern ausreichend bekannt, insbesondere auf der Empfängerseite. Jedoch wird das Thema im Zuge der dynamisch steigenden Anzahl von eBilling-Projekten immer stärker positiv wahrgenommen. So weicht die anfängliche Skepsis, z.B. in Bezug auf die rechtliche Anerkennung elektronischer Rechnungen oder die vermeintlich zu hohe Komplexität einer eBilling-Lösung, dem konkreten Willen, ein eigenes eBilling-Projekt zu beginnen.
3. Was sind die Erwartungen an die Anbieter?
Der Kunde erwartet ganzheitliche Komplettlösungen bestehend aus individueller Beratung und optimal aufeinander abgestimmten Software- und Hardwarekomponenten, die im EU-Kontext grenzüberschreitend für den Rechnungsversender und -empfänger nutzbar sind.
Außerdem besitzt das Thema Systemintegration für den Anwender eine hohe Bedeutung: Da in vielen Unternehmen bereits Rechnungs-Workflows vorhanden sind, sollte das eBilling-Signatur-Modul, wie z.B. der digiSeal® server von secrypt, ohne großen Aufwand in die bestehenden Abläufe integriert werden können.
Es scheint nun tatsächlich auch Vereinfachungen im Zusammenhang mit elektronischen Rechnungen zu geben. Gefunden habe ich den Artikel von Stefan Groß, Steuerberater aus München und Referent auf dem Rechnungstag in München bei einem unserer Medienpartner, www.elekronische-steuerpruefung.de.
In dem geplanten Gesetz zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Steuerverfahrens (Steuerbürokratieabbaugesetz) ist nämlich eine bislang kaum beachtete Änderung zu elektronisch übermittelten Rechnungen und damit auch eine Vereinfachung.
Diese sieht vor, dass im Rahmen des elektronischen Datenaustauschs (EDI) das Erfordernis einer zusammenfassenden Rechnung (Sammelrechnung) künftig entfallen soll. Bislang verlangte das Umsatzsteuergesetz im EDI-Fall zusätzlich eine zusammenfassende Rechnung in Papierform bzw. in elektronischer Form, letzteres verbunden mit dem Erfordernis einer qualifizierten elektronischen Signatur. Mit der geplanten Gesetzesänderung geht der deutsche Gesetzgeber konform mit Art. 233 Abs. 1 Buchst. b der Mehrwertsteuersystemrichtlinie (MwStSysRL) und will künftig auf die verschärfte Anforderung einer Sammelrechnung (Art. 233 Abs. 3 MwStSysRL) verzichten.
Näheres finden Sie unter http://www.elektronische-steuerpruefung.de/e_rechnungen/gross_steigauf_1.htm
Auf der DMS-Expo in Köln halte ich, Oliver Berndt, am 10.9.08 und am 11.9.08 Vorträge zum Stand der elektronischen Rechnungen in der Praxis und zu Chancen & Risiken des Einsatzes von elektronischen Rechnungen.
Der Einsatz von elektronischen Rechnungen im Geschäftsverkehr wird zunehmend von Unternehmen und ihren Kunden akzeptiert. Nicht zuletzt die Telekommunikationsdienstleister stellen hierbei einen wichtigen, treibenden Industriezweig für das Thema dar. Was der Einsatz von elektronischen Rechnungen aus steuerrechtlicher, technologischer als auch organisatorischer Sicht bedingt, ist bis dato für viele Unternehmen noch unklar. Deshalb veranstaltet Kongress Media seit letztem Jahr im halbjährlichen Zyklus den elektronischen Rechnungstag. Unter der Regie und Moderation von Oliver Berndt von der B&L Management Consulting GmbH diskutieren dabei Anwender und Experten über die Herausforderungen, Lösungen und Erfahrungen mit dem Thema.
Mit diesem Weblog soll nun die Veranstaltung inhaltlich etwas umfassender begleitet werden - hierzu werden sowohl Oliver Berndt als auch die Projektleiterin der Veranstaltung Heike Tscherwinka unregelmässig aber doch beständig über Hintergründe und Gegebenheiten im Umfeld der Veranstaltung berichten.